Hyaluronsäure-Therapie
Supplementation von körpereigener Hyaluronsäure — ambulant und vielseitig einsetzbar in Orthopädie und Schmerzmedizin sowie in der Ästhetik.
- Körpereigener Wirkstoff — supplementiert statt ersetzt
- Linear oder vernetzt, je nach gewünschter Wirkdauer
- Nieder-, mittel- und hochmolekular
- Gelenk, Haut, Dentalmedizin und Ophthalmologie
Woher der Wirkstoff kommt — und wie behandelt wird.
Hyaluronsäure ist ein körpereigener Mehrfachzucker, der große Mengen Wasser binden kann. Sie ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes und der Haut, wo sie für Feuchtigkeit und Spannkraft sorgt. In den Gelenken ist sie ein wesentlicher Bestandteil der Gelenkflüssigkeit: Sie dient als Puffer, macht die Gelenkflüssigkeit zähflüssig und sorgt so für Dämpfung und Schmierung. Mit zunehmendem Alter verringert sich die körpereigene Produktion — um die Funktion aufrechtzuerhalten, muss supplementiert werden.
Das geschieht in der Regel durch Injektion von Hyaluronsäurepräparaten, in der Ästhetik auch durch Gele, Cremen oder Seren. Diese Präparate können synthetischen oder tierischen Ursprungs sein. Präparate tierischen Ursprungs enthalten tierische Eiweiße, die zu allergischen Reaktionen führen können; synthetisch hergestellte Hyaluronsäuren sind daher in der Regel deutlich besser verträglich.
- Ambulant
- Injektion oder topische Anwendung
- Linear
- Schnellere Wirkung, schnellerer Abbau
- Vernetzt
- Länger anhaltender Effekt
- 3 Klassen
- Nieder-, mittel- und hochmolekular
Linear oder vernetzt — und in welcher Kettenlänge.
Injizierbare Präparate unterscheiden sich in Herstellverfahren, Reinheit und Molekulargewicht. Diese drei Größen bestimmen, wie schnell eine Hyaluronsäure wirkt und wie lange sie im Gewebe bleibt.
- Linear: Die Polysaccharidmoleküle bleiben frei beweglich. Sie werden schneller in den biochemischen Kreislauf eingeschleust — die Wirkung setzt früher ein, der Abbau ebenfalls.
- Vernetzt: Die Moleküle bilden ein chemisch stabiles, gelartiges Netzwerk. Sie bleiben länger stabil und werden wesentlich langsamer abgebaut — der Volums- oder Schmiereffekt hält länger an.
- Reinheit: Bei vernetzten Präparaten ist entscheidend, wie gut die zum Vernetzen nötigen Chemikalien anschließend wieder herausgefiltert werden. Eine verunreinigte Hyaluronsäure kann schwere entzündliche Reaktionen hervorrufen.
- Molekulargewicht: Niedermolekular unter 1 Mio. Dalton, mittelmolekular 1 bis 1,5 Mio. Dalton, hochmolekular über 1,5 Mio. Dalton.
Die Wahl des Präparats entscheidet mit.
Die richtige Wahl des passenden Hyaluronsäurepräparats ist daher — neben einer sorgfältigen Indikationsstellung — ein wesentliches Erfolgskriterium für eine erfolgreiche Therapie.

Einsatzbereiche der Hyaluronsäure-Therapie.
- Leichte bis mittlere Arthrose und Chondropathie, alle Gelenke — vernetzt und unvernetzt
- Bänder- und Sehnenansatzentzündungen, Tendopathie — unvernetzt
- Sehnen- und Bänderverletzungen sowie Degeneration, Tendinosen — unvernetzt
- Anti-Aging, Cremen und Seren — unvernetzt
- Faltenreduktion, Filler — vernetzt
- Träger für Knochenersatzmaterial
- Augentropfen

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